Recherchen
Erfolgreiche Recherchen investigativer Journalisten können Wirtschaftsführer ins Gefängnis bringen.
«Ich habe recherchiert», erklärt ein investigativer Journalist dem Chef, der ihn fragt, was er in den letzten Tagen gemacht hat. Tatsächlich kann eine gezielte Recherche mehrere Tage dauern, ja sogar Wochen in Anspruch nehmen. Es gibt Redaktorinnen und Redaktoren, die sich während einer Recherche im Büro einschliessen und kaum jemand an sich ranlassen.
Manchmal ist die gezielte Suche nach harten Fakten von Erfolg gekrönt. Wenn investigative Journalisten die Bestätigung für die Missstände finden, denen sie auf der Spur waren, müssen vielleicht Politiker zurücktreten, oder Wirtschaftsleute wandern ins Gefängnis. Ebenso gut kann aber eine Recherche ins Leere führen. Niemand kann oder will aufgestellte Thesen bestätigen; die Beweise, die man sucht, lassen sich nicht erhärten – Pech gehabt!
In der globalen, von sozialen Medien geprägten Informationsflut wird das Recherchieren zunehmend schwieriger. Wie zuverlässig ist ein Informant? Wie glaubwürdig ist eine Website? Wie oft muss eine Information von verschiedenen Seiten bestätigt werden, bevor sie als glaubhaft gilt? Und natürlich müssen die Quellen kompromisslos geschützt werden – kein einfaches Unterfangen!
Investigative Journalisten sind hartnäckige, oft sture Detektive, die sich nicht unterkriegen lassen. Auch nicht von einem US-Präsidenten, der professionell recherchierte Artikel als «Fake News» abkanzelt und dabei vergisst, dass publizierte News jederzeit vor Gericht standhalten müssen – wie bei einem Kriminalfall.
«Recherchieren ist hartnäckige, mühsame Detektivarbeit!»